Produkte für den privaten Gebrauch sind bei Andermatt Biogarten erhältlich.
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein kleiner Nachtfalter. Seine Raupen sind der bekannte «Wurm im Apfel». Obwohl er nur wenige hundert Meter weit fliegt, zählt er weltweit zu den bedeutendsten Schädlingen im Obstanbau. Er befällt auch regelmässig Birnen, Quitten, Weissdorn und gelegentlich Walnuss und Aprikosen.
Für eine erfolgreiche Bekämpfung des Apfelwicklers ist ein genaues Verständnis seines Lebenszyklus entscheidend. In der Schweiz entwickelt der Schädling zwei Generationen pro Jahr. Der Zeitpunkt des Auftretens und die Dauer der Befallsgefahr hängen stark vom Wetter ab. Schon ein aktiver Befall von nur 1 Prozent in der ersten Generation kann in der zweiten Generation zu über 10 Prozent Fruchtschaden führen.
Die Intensität der Bekämpfung richtet sich nach der Einschätzung des Betriebsleiters. Entscheidend sind der aktuelle Schädlingsdruck, die Lage der Anlage (z. B. Nähe zu Hecken oder anderen Obstgärten) sowie die Wetterbedingungen.
Sobald der erste Larvenschlupf berechnet ist, sollte mit der Behandlung begonnen werden. Seit über 30 Jahren bewährt sich Madex als hochwirksames und nützlingsschonendes Viruspräparat gegen den Apfelwickler.
Anwendungsempfehlung
Vorteile von Madex
Beim Hauptschlupf kann ergänzend ein Emamectinbenzoat-haltiges Insektizid ausgebracht werden. Dieses wirkt auch gegen den Kleinen Fruchtwickler, der zu dieser Zeit häufig parallel aktiv ist.
Auch gegen die zweite Generation, die sich auf reifende und erntereife Früchte konzentriert, ist der Einsatz von Madex empfehlenswert. Es schont Nützlinge, ist rückstandsfrei und eignet sich somit besonders gut für späte Anwendungen im Rahmen der integrierten Produktion.
Um den optimalen Zeitpunkt für Gegenmassnahmen nicht zu verpassen, ist ein frühzeitiges Monitoring entscheidend. Bereits vor der Blüte werden Kairo-Catch-Fallen platziert.
Diese innovative Falle fängt sowohl Männchen als auch Weibchen, was eine besonders sichere Befallerfassung ermöglicht. In Kombination mit bewährten Prognosemodellen lässt sich vom Zeitpunkt des ersten Fangs sehr präzise berechnen, wann die erste Larvengeneration schlüpft und ein Befall der Früchte beginnt.
Die Verwirrungstechnik ist das Fundament der Bekämpfung. In der Anlage werden zahlreich Isomate-Dispenser aufgehängt, die kontinuierlich den weiblichen Sexuallockstoff abgeben. Da die Männchen überall vermeintliche Weibchensignale wahrnehmen, finden sie kaum noch echte Partnerinnen. Die Fortpflanzung wird dadurch massiv gestört.
Vorteile der Isomate-Dispenser
Einsatz von Aerosoldispensern
Für grosse, zusammenhängende Flächen kann sich der Einsatz von Aerosolpuffern, wie Mister C, lohnen. Voraussetzung ist, dass die Fläche mindestens 10 ha gross und zusammenhängend ist. Auf kleineren, mit Aerosoldispensern verwirrten Flächen können die Apfelwickler-Männchen die Weibchen weiterhin finden und sich verpaaren, da zu wenige Duftquellen vorhanden sind. In solchen Fällen wird der Einsatz von Isomate-Dispensern empfohlen.
In Mitteleuropa bildet der Apfelwickler üblicherweise eine vollständige Generation und je nach Lage eine ganze oder partielle zweite Generation. Diese sind anhand von Fallenfangdaten nicht klar abgrenzbar und überlappen sich stark. Daher ist es wichtig, ab dem einsetzenden Larvenschlupf konsequent mit Madex zu behandeln.
Der Apfelwickler beginnt ab April aus seinen Puppen zu schlüpfen, die sich unter der Rinde von Obstbäumen befinden. Die Paarung der Falter findet bei dämmerigen, warmen Bedingungen statt. Bei Wind und Regen suchen die Falter Schutz und sind nicht aktiv. Nach erfolgreicher Paarung beginnt die Eiablage auf jungen Blättern und Früchten.
Die Räupchen bohren sich kurz nach dem Schlupf in die Früchte ein; zuvor fressen sie jedoch bereits an der Pflanzenoberfläche. Dieses Verhalten ist entscheidend für die Wirkung von Madex: Die Viruspartikel befinden sich nach der Applikation auf Blättern und Früchten und können so von den Raupen oral aufgenommen werden.
Überlebende Raupen bohren sich in die Früchte ein, wo sie vor allem im Kerngehäuse fressen. Nach drei bis vier Wochen verlassen sie die Frucht, bewegen sich den Stamm hinunter und suchen ein Versteck unter der Rinde des Obstbaums. Ein Teil der Raupen verpuppt sich sofort, um eine zweite Generation zu bilden. Der andere Teil spinnt einen Kokon, in dem er überwintert.
Die Falter der zweiten Generation legen ihre Eier auf den reifenden Früchten ab. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich erneut in die Früchte ein und verlassen diese später wieder, um am Stamm zu überwintern.