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Der Eichenprozessionsspinner (EPS) Thaumetopoea processionea tritt zunehmend auch im Siedlungsraum auf und betrifft vor allem Eichen an warmen, sonnigen Standorten wie Parks, Schulhöfen, Friedhöfen, Strassenalleen, Waldrändern und Badeanlagen. Für Gemeinden und Gartenbauer steht weniger der reine Pflanzenschaden im Vordergrund, sondern das Gesundheitsrisiko durch die Brennhaare der Raupen. Eine gute Strategie kombiniert deshalb frühzeitiges Monitoring, klare Risikobeurteilung, gezielte Information der Bevölkerung und eine fachgerechte Behandlung oder Entfernung befallener Nester.
Schadbild
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist vor allem eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Im April bis Mai müssen junge, fressaktive Raupen erkannt und bei Bedarf mit Delfin behandelt werden. Später, wenn Brennhaare und Nester vorhanden sind, steht nicht mehr die Spritzung, sondern die Absperrung und fachgerechte Entfernung im Vordergrund. Von Juli bis September liefert die Eichen-Prozessionsspinner Falle Informationen zum Falterflug und hilft, die Massnahmen für das Folgejahr zu planen.
Die Eichen-Prozessionsspinner Falle ergänzt die visuelle Kontrolle im Sommer. Von Juli bis September zeigt sie, ob männliche Falter im Gebiet fliegen und wie stark der Befallsdruck für das Folgejahr einzuschätzen ist. Damit lassen sich gefährdete Eichenstandorte im nächsten Frühjahr gezielter kontrollieren und bei Bedarf rechtzeitig mit Delfin behandeln.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein wärmeliebender Nachtfalter, dessen Raupen sich vor allem an Eichen entwickeln. Die Eier überwintern im Kronenbereich. Im Frühling schlüpfen die Raupen und fressen an jungen Eichenblättern. Ab dem dritten Larvenstadium bilden sie Brennhaare, die für Menschen und Tiere problematisch sein können. Später entstehen Gespinstnester am Stamm oder an stärkeren Ästen; von dort wandern die Raupen nachts zur Nahrungsaufnahme in die Krone. Nach der Verpuppung schlüpfen im Sommer die Falter und legen erneut Eier an Eichen ab.
| Zeitraum | Entwicklung | Relevanz für die Praxis |
| Winter | Eier an Eichen |
Bekannte Eichenstandorte erfassen und Kontrollen planen. |
| April bis Mai |
Schlupf und junge Raupen |
Zentrales Zeitfenster für die biologische Behandlung mit Delfin: junge Raupen treffen, solange sie aktiv fressen. |
| Mai bis Juli | Raupen mit Brennhaaren, Nestbildung |
Höchstes Gesundheitsrisiko; Bereich absperren und Absaugung oder Nestentfernung durch geschulte Fachpersonen organisieren. |
| Juli bis August | Verpuppung und Falterflug |
Falterflug mit der Eichen-Prozessionsspinner Falle überwachen; Grundlage für Kontrollen und Delfin-Einsatz im Folgejahr. |
| Spätsommer | Eiablage | Grundlage für Befall im Folgejahr. |
Weitere Informationen zum Eichen-Prozessionsspinner: WSL-Publikation
FAQ
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen den Eichenprozessionsspinner mit Delfin?
Der beste Zeitpunkt ist im April und Mai, wenn die Raupen jung und aktiv am Fressen sind. Später, wenn Brennhaare und Nester vorhanden sind, steht der Schutz der Bevölkerung und die fachgerechte Nestentfernung im Vordergrund.
Dürfen Nester selbst entfernt werden?
Nein. Nester sollten nicht selbst entfernt, abgeflammt oder mit Wasserstrahl behandelt werden. Dadurch können Brennhaare verteilt werden. Die Entfernung gehört in die Hände geschulter Fachpersonen.
Können Fallen den Befall reduzieren?
Nein, die Eichen-Prozessionsspinner Falle dient der Flugüberwachung. Der Pheromondispenser lockt nur männliche Falter an. Die Fänge zeigen, ob und wie stark Falter im Gebiet aktiv sind, reduzieren die Population aber nicht ausreichend. Für die Befallsreduktion sind frühe Raupenbehandlungen mit Delfin oder die fachgerechte Entfernung von Nestern entscheidend.
Was sollen Gemeinden bei Befallsverdacht tun?
Bereich sichern, Kontakt vermeiden, Standort dokumentieren und je nach Situation Werkdienst, Forstdienst, Waldschutzbeauftragte oder einen Fachbetrieb beiziehen.