Pflaumenwickler 

Produkte für den privaten Gebrauch sind bei Andermatt Biogarten erhältlich. 

Der Pflaumenwickler Grapholita funebrana (Lepidoptera: Torticidae) gefährdet zunehmend den Pflaumenanbau. Er durchläuft zwei Generationen pro Jahr und ist vor allem bei späten Sorten, wie Fellenberg und Tophit, ein ernstzunehmender Schädling. Bei grossen Populationen kann er aber auch frühere Sorten stark schädigen. Eine Kontrolle ist möglich und stützt sich auf den konsequenten Einsatz der Verwirrungstechnik.

Pflaumenwickler Adult

Schadbild

Vom Pflaumenwickler geschädigte Pflaume
  • Raupen des Pflaumenwicklers bohren sich in die Früchte ein, was in der Saison zum Fruchtfall noch grüner Früchte führt
  • Befallene Früchte, die am Baum bleiben, zeigen charakteristische Gummitropfen

Pflaumenwicklerraupe in Frucht
  • Vor der Ernte können die grossen Raupen in den Früchten gefunden werden
  • Der Raupenfrass findet vor allem nahe am Kern statt, der Kot wird dort abgelagert
  • Befallene Früchte werden vorzeitig reif und weich

Unsere wirkungsvolle Strategie

Die Pheromon-Verwirrung reduziert den Pflaumenwickler gezielt und nachhaltig, indem die Paarung der Falter verhindert wird. So sinkt die Population wirksam – ganz ohne Spritzungen und nützlingsschonend. Ergänzend sorgt konsequentes Monitoring für eine frühzeitige Befallserkennung und optimale Steuerung weiterer Massnahmen.

Die Verwirrtechnik ist eine bewährte Methode zur biologischen Bekämpfung vieler Wicklerarten. Dabei setzen Dispenser Pheromone der weiblichen Falter frei. Diese überdecken den natürlichen Duft der Weibchen, so dass die Männchen keine weiblichen Falter mehr finden können. Die Falter paaren sich nicht und die Population sinkt. Vor der Anwendung ist die Gebrauchsanleitung zu lesen.

Beim Pflaumenwickler ist zu beachten, dass er gerne längere Distanzen fliegt, insbesondere entlang von Saum- und Heckenstrukturen. Daher besteht Bedarf an einer guten Randbehängung der Anlagen mit Pheromondispensern, um migrierende Falter zu „verwirren“.

Die Verwirrungstechnik wirkt über die gesamte Saison, ist nützlingsschonend und kommt ohne Spritzungen aus. Sie eignet sich besonders für nachhaltige, integrierte und biologische Anbausysteme.

Monitoring ist die Grundlage jeder erfolgreichen Kontrolle des Pflaumenwicklers. Mit Pheromon- oder Lockstofffallen kann der Falterflug überwacht werden. Der Zeitpunkt des ersten Auftretens sowie der Verlauf der Flugperiode liefern entscheidende Informationen für die Planung weiterer Massnahmen. Gleichzeitig sollten die jungen Früchte auf Einbohrungsstellen kontrolliert werden, um einen Befall frühzeitig zu erkennen.

Passende Produkte

23452

Isomate OFM Rosso

Pheromondispenser für die Verwirrungstechnik gegen Pflaumenwickler, Kleinen Fruchtwickler oder Pfirsichwickler.
23682

Isomate CLR/OFM

Pheromondispenser für die Verwirrungstechnik gegen Apfelwickler, Schalenwickler mit Teilwirkung auf den kleinen Fruchtwickler.
23592

Pflaumenwickler Falle

Pheromonfalle zur Flugüberwachung von Pflaumenwickler (Grapholita funebrana).
1811288

Pfirsichwickler Falle Kairo-Catch

Kairomonfalle zur Flugüberwachung von weiblichen und männlichen Pfirsichwicklern (Grapholita molesta).

Praxisbeispiel zur Anwendung der Verwirrtechnik gegen den Pflaumenwickler

Übersichtsplan Verwirrtechnik

Für die Verwirrung des Pflaumenwicklers mit Isomate OFM Rosso werden die Dispenser in einem Schachbrettmuster gleichmässig über die gesamte Parzelle verteilt.

  • Randreihen, Reihenköpfe und kritischen Stellen wie Hecken oder angrenzende Obstflächen werden verstärkt bestückt (Randreihen alle 2 m, pro Reihenkopf zwei Dispenser, entlang Zäunen oder Hecken alle 5 m)
  • Pflaumenwickler bevorzugen Strukturen, wie Hecken und Wasserläufe. Achten Sie hier auf eine gute Verteilung
  • Im Inneren der Anlage sollte die Dispenserdichte (abhängig von den Randstrukturen) ca. ein Dispenser pro 25–30 m² betragen
  • Die Dispenser werden möglichst im oberen Drittel der Krone, im Schatten aufgehängt; bei Bäumen über 4 m Höhe variiert die Aufhänghöhe entsprechend dem Kronenvolumen
  • Der Einsatz sollte auf Flächen ≥ 1 ha erfolgen, gut isoliert von nicht-verwirrten Flächen
  • Die Population sollte zusätzlich durch Pheromonfallen und Kontrollen der Einstichstellen überwacht werden

Genauere Beschreibung/Lebenszyklus

Der Pflaumenwickler kann neben Zwetschgen und Pflaumen auch andere Steinfrüchte wie Aprikosen und Pfirsiche befallen. Er durchläuft zwei Generationen, und die Raupen suchen sich nach dem Frass einen Ruheplatz unter Rindenschuppen am Baum. Nach der Überwinterung verpuppen sich die Raupen und die Falter beginnen typischerweise ab April zu fliegen.

Der Flug der Falter kann bis Anfang Oktober dauern.

Flugverlauf des Pflaumenwicklers

Funktioniert die Pflaumenwickler-Kontrolle ohne chemische Pflanzenschutzmittel?

Ja. Die Kombination aus Monitoring, Verwirrungstechnik und weiterer Massnahmen, wie das Absammeln der befallenen Früchte, ermöglicht eine effektive und nachhaltige Kontrolle des Pflaumenwicklers besonders bei niedrigem bis mittlerem Ausgangsbefall. 

Wann sollte mit der Pflaumenwickler-Kontrolle begonnen werden?

Das Monitoring sollte vor dem ersten Falterflug starten. Die Verwirrungstechnik wird idealerweise vor oder spätestens zu Beginn der Flugperiode eingesetzt. In der Regel ist dies gegen Anfang April.

Quellen

Beratungsteam Obstbau