Weisse Fliegen

Produkte für den privaten Gebrauch sind bei Andermatt Biogarten erhältlich.

Die Weissen Fliegen (Aleyrodidae) gehören zur Familie der Mottenschildläuse und sind weltweit verbreitete Pflanzenschädlinge. Sowohl Larven als auch adulte Tiere saugen an den Blättern ihrer Wirtspflanzen und schwächen diese. Zusätzlich scheiden sie Honigtau aus, der die Entwicklung von Russpilzen fördert und die Photosynthese beeinträchtigt. Besonders in Gewächshäusern und an warmen Standorten können sich Weisse Fliegen sehr schnell vermehren. Im gedeckten Anbau lassen sich diese Schädlinge durch den gezielten Einsatz von Nützlingen erfolgreich und nachhaltig regulieren.

Schadwirkung

Eier und Larven von Weissen Fliegen saugen Pflanzensaft auf der Blattunterseite. Honigtau fördert die Entwicklung von Russtau.

  1. Larven und adulte Weisse Fliegen saugen an den Blättern und entziehen den Pflanzen wichtige Nährstoffe. Befallene Pflanzen zeigen Vitalitätsverluste, Wachstumsstörungen sowie Ertragseinbussen.
  2. Bei warmen Temperaturen können sich Weisse Fliegen aufgrund ihres hohen Vermehrungspotenzials innerhalb kurzer Zeit massenhaft vermehren und den Befall rasch ausbreiten.
  3. Die Schädlinge scheiden Honigtau aus, wodurch Blätter klebrig werden, Ameisen angelockt werden und sich Russpilze entwickeln können. Dies beeinträchtigt die Photosyntheseleistung der Pflanzen.
  4. Einzelne Arten können Pflanzenviren übertragen, beispielsweise die Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) das Tomato Yellow Leaf Curl Virus (TYLCV).

Strategie bei Befall

Im gedeckten Anbau (Gemüse, Beeren, Zierpflanzen, CBD) stellt der frühzeitige Einsatz von Nützlingen die wichtigste Bekämpfungsstrategie dar. Bei bereits starkem Befall empfiehlt sich zunächst eine Behandlung mit nützlingsschonenden Insektiziden, gefolgt von einer Freilassung geeigneter Nützlinge zur langfristigen Regulierung. 

Gemüse Gewächshaus

Im Gewächshaus ist der frühzeitige und präventive Einsatz von Nützlingen die wirksamste Strategie gegen Weisse Fliegen. Die Bekämpfung wird an die jeweilige Kultur sowie die Befallssituation angepasst. Neben den Erzwespen Encarsia formosa und Eretmocerus eremicus spielt insbesondere die Raubwanze Macrolophus eine wichtige Rolle in der Bekämpfungsstrategie. Eine konsequente Befallsüberwachung mit Gelbfallen und regelmässigen Kulturkontrollen bildet die Grundlage für eine erfolgreichen Bekämpfung.

Gemüse Freiland

Bei der Kohl-Weissen Fliege (Aleyrodes proletella) im Freiland zeigen Nützlinge nur eine geringe Wirkung, weshalb ihr Einsatz nicht empfohlen wird. Der Schädling kann mit biologische nInsektiziden wie Natural oder Glumalt SL bekämpft werden. Entscheidend für eine gute Wirkung ist eine sorgfältige Benetzung der Blattunterseiten. Auf kleineren Flächen können Kulturschutznetze vorbeugend vor einem Befall schützen.

Zierpflanzen

In Zierpflanzenkulturen sollten Nützlinge bereits wenige Tage nach der Pflanzung vorbeugend ausgebracht werden. Bewährt hat sich insbesondere die Erzwespe Encarsia formosa, deren Freilassung je nach Befallsdruck wöchentlich oder mindestens alle zwei Wochen wiederholt wird. Während der warmen Sommermonate kann Eretmocerus eremicus eingesetzt werden. Werden bereits Raubmilben wie Amblyseius swirskii oder Transeius montdorensis gegen Thripse verwendet, kann von deren Nebenwirkung gegen Weisse Fliegen profitiert werden.

Beratung

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung und lassen Sie sich einen nach Ihren Bedürfnissen und Bedingungen angepassten Einsatzplan von Nützlingen erstellen.

Passende Produkte

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Encarsia formosa

Erzwespe zur Bekämpfung der Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum).
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Eretmocerus eremicus

Erzwespe zur Bekämpfung der Gewächshaus - Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum) bei warmen Klimabedingungen.
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Macrolophus

Raubwanze gegen verschiedenen Schädlinge an Tomaten und Auberginen.
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Catch-it gelb

Catch-it gelb

Gelbe Klebfalle zur Befallsüberwachung von Minierfliegen, Trauermücken und Weissen Fliegen.
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Roller-Trap gelb

Roller-Trap gelb

Roller-Trap gelb eigenen sich für den Massenfang von Weissen Fliegen und Zikaden.
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Thrips

NeemAzal-T/S

Biologisches Insektizid aus reinem Wirkstoffextrakt der Kerne des Neem-Baums (Azadirachta indica).
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Natural

Kaliseife mit Kontaktwirkung gegen Blattläuse, Spinnmilben und Weisse Fliegen.
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Prev-AM

Insektizid und Fungizid auf Basis von Orangenöl.

Prävention

  • Vorbeugender Einsatz von Nützlingen: Der frühzeitige Einsatz geeigneter Nützlinge verhindert den Aufbau grösserer Populationen der Weissen Fliege im Gewächshaus. Je nach Kultur kommen insbesondere Macrolophus pygmaeus (vor allem in Tomaten und Auberginen), Encarsia formosa sowie Eretmocerus eremicus zum Einsatz. Der Zeitpunkt, die Ausbringungsmenge und das Freilassungsintervall sollten an die Kultur sowie an den Befallsdruck der Vorjahre angepasst werden. 
  • Jungpflanzen und Pflanzgut auf Eigelege, Larven und adulte Weisse Fliegen kontrollieren.
  • Gelbtafeln ab Kulturbeginn aufhängen und regelmässig kontrollieren, damit ein Erstbefall frühzeitig erkannt wird.
  • Im Freiland verhindern Insektenschutznetze den Zuflug adulter Weisser Fliegen.
  • Im Freiland reduzieren folgende Massnahmen den Befallsdruck: Geeignete Fruchtfolge, konsequente Beseitigung von Ausfallpflanzen und kreuzblütigen Unkräutern, Einarbeitung von Ernterückständen.
Catch-it gelb

Schädlingsportrait

  • Die Familie der Weissen Fliegen umfasst weltweit über 1500 Arten. In Mitteleuropa kommen etwa 17 Arten vor. Besonders relevant sind die Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum), die Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) sowie die Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella)
  • Charakteristisch sind die weisslich-mehligen Flügel, denen die Schädlinge ihren Namen verdanken. 
Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum) 

Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Die Gewächshaus-Weisse Fliege (Trialeurodes vaporariorum) ist im Gewächshaus am weitesten verbreitet und schädigt überwiegend Tomaten, Auberginen, Gurken, Paprika, verschiedene Zierpflanzen, Erdbeeren.

Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) 

Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) 

Die Baumwoll-Weisse Fliege (Bemisia tabaci) schädigt vor allem Zierpflanzen (inbesondere Poinsettien). In der Schweiz seltener an Gemüse.

Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella) 

Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella) 

Die Kohl-Weisse Fliege (Aleurodes proletella) ist ein typischer Schädling von Kohlgewächsen im Freiland, vor allem Rosenkohl, Federkohl, Wirz, Brokkoli und Kohlrabi.

Lebenszyklus

Lebenszyklus  | © Andermatt Biocontrol Suisse AG

Die Eier werden auf Blattunterseiten abgelegt. Nach einem beweglichen ersten Larvenstadium folgen mehrere unbewegliche Entwicklungsstadien, bevor sich eine Puppe bildet und die adulten Tiere schlüpfen.

Die Entwicklung ist stark temperaturabhängig. Unter warmen Bedingungen verkürzt sich die Entwicklungszeit deutlich, wodurch sich Weisse Fliegen sehr rasch und massenhaft vermehren können.

Eier einer Weissen Fliege

FAQ

Woran erkenne ich einen Befall mit Weissen Fliegen?
Ein geringer Befall zeigt sich häufig beim Berühren oder Bewegen der Pflanzen. Die weiss geflügelten Insekten fliegen dabei von den Blättern auf. Auf den Blattunterseiten befinden sich Eier, Larven und adulte Tiere. Adulte Tiere werden durch die gelbe Farbe angelockt. Gelbtafeln sowie regelmässige Kulturkontrollen können genutzt werden, um Erstbefall festzustellen.

Wie schnell vermehren sich Weisse Fliegen?
Die Entwicklung der Weissen Fliegen ist stark temperaturabhängig. Bei etwa 20 °C benötigen die Schädlinge rund 30 Tage oder länger, um sich vom Ei zum adulten Tier zu entwickeln. Steigen die Temperaturen auf 25 – 30 °C, verkürzt sich die Entwicklungsdauer je nach Art und Wirtspflanze auf rund 18 bis 22 Tage. Dadurch können sich Populationen unter warmen Gewächshausbedingungen sehr schnell vermehren und innerhalb kurzer Zeit kritische Befallsstärken erreichen.

Beratungsteam